Das KMU Netzwerk Graubünden organisiert dieses Jahr einen Wettbewerb, bei dem innovative Bündner Vereine Geldpreise gewinnen können. In einer Woche ist Anmeldeschluss. Wir haben mit einer der Organisatorinnen aus dem KMU Netzwerk Graubünden, Bettina Schlumpf, gesprochen.

 

Bettina Schlumpf, das KMU Netzwerk Graubünden organisiert dieses Jahr erstmals den Vereinshelden-Wettbewerb. Warum?

Wir haben uns überlegt, wie wir unser Marketingbudget einmal anders einsetzen können. Wir wollten nicht einfach „nur“ Werbung machen wie bisher, sondern etwas umsetzen, wovon auch andere profitieren können resp. anderen unter die Arme greifen. Und so ist die Idee zum Vereinshelden-Wettbewerb aufgekommen. Das Thema Vereinswesen in der Schweiz und speziell in Graubünden hat uns interessiert, da wir Mitglieder vom KMU Netzwerk Graubünden allesamt in Vereinen tätig sind. 

Und wie sieht es eine Woche vor dem Anmeldeschluss aus?

Wir haben von Anfang an Rücklauf erhalten. Letztlich ist es aber erstaunlich, wie wenig tatsächlich mitmachen. Bis jetzt sind es nur einige Vereine, die sich die Mühe gemacht und ein Video eingeschickt haben. Dabei gibt es für Vereine immerhin Geldpreise von 3000, 1200 und 800 Franken zu gewinnen. Dazu profitieren die Teilnehmenden auch von der Publizität, was zur Steigerung der Bekanntheit des Vereins und zum Beispiel zu weiteren Gönnern oder Mitgliedern führen könnte.  

Was muss ein Verein denn machen, um teilzunehmen?

Auf unserer Webseite sind alle nötigen Informationen aufgeschaltet. Belohnt werden drei nachhaltige Projekte von Bündner Vereinen. Dieses stellen die Vereine in einem kurzen Video vor, das anschliessend auf der Vereinshelden-Facebookseite veröffentlicht wird. Ausserdem wird den drei besten Projekten eine Gesamt-Gewinnsumme von 5000 Franken ausbezahlt.

Wie kann man mitmachen?

Bis am 28. Februar kann man sich noch anmelden. Das Prozedere ist einfach: Auf der Webseite ein paar Fragen zum Verein beantworten, dann anmelden, ein kurzes Video zum Projekt aufnehmen und per WeTransfer, Dropbox oder Youtube-Link einreichen. Die 5-köpfige Jury prüft alle eingereichten Projekte und wählt daraus die besten aus, welche dann auf Facebook ins Rennen geschickt werden. Die Fans wählen anhand ihrer Likes am Ende den Sieger. 

Was wird vom Video erwartet?

Es sollte rund 60 Sekunden dauern und aufzeigen, worum es im Projekt geht. In erster Linie geht es ganz klar um die Substanz der Projekte, nicht um die Qualität der Videos. Deshalb können diese auch gut am Smartphone produziert werden. Die Qualität wird am Ende nur schwach gewichtet, die Idee hinter dem Projekt zählt.

Welche Art der Vereine können teilnehmen?

Wirklich alle. Ob Sport, Kultur, Kirchgemeinden, Musikvereine, Männerchöre oder Vereine aus dem sozialen Bereich: Das Spektrum ist weit offen, mit den einzigen Vorgaben, dass der Verein aus Graubünden kommen und bereits existieren muss.

Das KMU Netzwerk Graubünden setzt mit dem Vereinshelden-Wettbewerb auch einen Fokus auf ehrenamtliche Arbeit. Weshalb?

Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass jemand in der Freizeit etwas Ehrenamtliches etwas Bezahltem vorzieht. Jedes Mitglied weiss, dass man in einem Verein gemeinsam etwas stemmen will, man findet Gleichgesinnte und profitiert auch voneinander und vom geballten Know-how. Der Dank, den man für ehrenamtliche Arbeit zurückbekommt, ist dann auch doppelt lässig. Zu viel Dank oder Anerkennung erwarten sollte man aber nicht.

Wird die ehrenamtliche Arbeit zu wenig geschätzt?

Ja, ganz allgemein dürfte es mehr Wertschätzung für andere vertragen und man darf dies auch öfters sagen. Jeder erhält gerne ein nettes Wort, ein Kompliment oder ein einfaches Danke. Schön, gibt es Leute, die Wertschätzung aussprechen können, ein Danke platzieren oder dem Gegenüber ein Kompliment aussprechen. 

In einer Woche ist Anmeldeschluss zum Vereinshelden-Wettbewerb. Hat das KMU Netzwerk Graubünden schon Pläne für eine Wiederholung?

Der Wettbewerb ist jetzt einmal für eine Umsetzung geplant. Wir beobachten den Rücklauf und das Interesse und werden dann den Aufwand und den Ertrag abwägen. Der Wettbewerb könnte jährlich oder all zwei Jahre durchgeführt werden – oder auch nicht mehr -, das muss die Marketinggruppe, zusammen mit den Mitgliedern des KMU Netzwerk Graubünden, nach Abschluss des Projekts entscheiden.

 

Vereine, die diese Woche noch am Wettbewerb teilnehmen wollen, finden hier weitere Informationen.