Eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den zehn wichtigsten Meldungen, besten Spielern und lustigsten Aktionen der Woche. Ein Ranking, das man nicht zu ernst nehmen sollte.

 

10. Fan der Woche

Montreal liegt vier Minuten vor Ende der Partie mit 2:6 gegen Edmonton hinten. Dieser Canadiens Fan scheint das aber nicht zu interessieren…

 

9. Bild der Woche

In Kanada hat es seit einer Woche nicht geschneit, und die Temperatur lag konstant tiefer als -10 Grad. Das Resultat: Ein perfektes Eis auf einem gefrorenen See. Sehr schön.

 

 

8. Lacher der Woche

Ok, das muss man gesehen haben: In Japan gibt es anscheinend eine Telenovela, bei der sich die Story um einen Eishockey-Spieler dreht. Und die Szenen, die gezeigt werden, hauen einem vom Hocker. Selten so gelacht (auch wenn das Ganze relativ wenig mit realem Eishockey zu tun). Hach, die Japaner…

 

 

 

7. Statistik der Woche

Statistiker nehmen alles auseinander und analysieren heut zu tage jede noch so kleine Zahl bis ins Detail. Am Wochenende trieb es der kanadische Sender Sportsnet auf die Spitze und zählte, wie viele Tage alt die NHL-Stars sind. Und gab dann noch die kombinierte Zahl an. Was das Ganze aussagt? Absolut rein gar nichts. Nada.

 

The dumbest Sportsnet stat ever: 6 players who have been on Earth a combined 56,381 days


 

 

6. Tor der Woche 1

Nathan Mackinnon ist verdammt gut. Der Teamkollege von Sven Andrighetto zeigte am Wochenende gegen die Florida Panthers, wieso er einer der besten Stürmer der NHL ist. Wow.

 


 

 

5. Foul der Woche

Man muss den Bieler Fans recht geben: Ja, das wäre eine klare Strafe gewesen. Simion trifft den Gegner voll im Gesicht.

 


 

 

4. Tor der Woche 2

Eduard Tralmaks ist ein lettischer Stürmer, der bei der University of Maine College-Hockey spielt. Am Wochenende erzielte der 20-Jährige Center ein Tor, das die Verteidigung so richtig alt aussehen lässt. Geil.

 


 

 

3. Heavyweight Champion der Woche

Nachdem der HC Lugano über zwei Wochen lang den Schwergewichtsgürtel verteidigen konnte, mussten die Tessiner am Freitag den Titel an den HC Lausanne abgeben. Die Welchschweizer wiederum blieben weniger als 24 Stunden Champion und verloren Tags darauf ihren Schwergewichts-Gürtel bereits wieder an den SCB. Damit ist der alte Champion zur Zeit wieder der neue Champion.

 

9.12.17: SC Bern – HC Lausanne 3:2 OT
8.12.17: HC Lausanne – HC Lugano 5:3
25.11.17: HC Lugano – HC Ambri-Piotta 4:1
24.11.17: HC Ambri-Piotta – HCD 7:2
19.11.17: HC Davos – ZSC Lions 3:1
14.11.17: ZSC Lions – SC Bern 3:1
27.10.17: SC Bern – HC Lausanne 4:2
24.10.17: HC Lausanne – HC Davos 4:3
20.10.17: HC Davos – EHC Kloten 4:1
17.10.17: EHC Kloten – HC Lugano 3:1
30.9.17: HC Lugano – SCL Tigers 3:1
22.9.17: SCL Tigers – Genf-Servette 3:2 OT
15.9.17: Genf-Servette – SCB 2:1

 

2. Verlierer der Woche

Keine gute Woche für die Bündner Clubs und darum gleich drei grosser Verlierer im Kanton.

Der EHC Chur steckt nach einem starken November momentan in einem Loch: Niederlagen gegen den EHC Basel (3:5), EHC Brandis (3:4 OT), HC Sion-Nendaz 4 Vallées (3:8) – die Hauptstädter haben in diesem Monat bisher alle Partien verloren und sind damit wieder unter den Strich in der MySports League gerutscht. Mit 27 Punkten beträgt der Rückstand auf den rettenden achten Rang aber nur ein Punkt, und gegenüber dem EHC Basel (Rang 8) hat der EHC Chur ein Spiel weniger ausgetragen.

Honorable Mention 1:

Oje. Anton Rödin kam mit vielen Erwartungen zum HCD. Und dann das. Beinbruch im fünften Spiel.

Honorable Mention 2:

Immer das Gleiche in Zentralbünden: Der EHC Lenzerheide-Valbella wartet IMMER NOCH auf den ersten Saisonsieg. Elf Spiele, elf Niederlagen. Zuletzt verloren die HEidner das Bündner Derby gegen den Tabellenzweiten EHC St. Moritz trotz aufopferndem Kampf mit 4:3

 

1. Vorschau der Woche


 

Christian Wohlwend ist der Cheftrainer der Schweizer U20-Nati, welche ab dem 13. Dezember in den letzten Vorbereitungen für die Junioren-Weltmeisterschaft steckt. Das Team bereitet sich in Niagara im US-Bundesstaat New York auf die 2018 IIHF U20 Ice Hockey World Championship in Buffalo vor. Die Schweiz absolviert dabei drei Testspiele gegen Dänemark (17. Dezember 2017 in Niagara), Finnland (20. Dezember 2017 in Niagara), und Kanada (22. Dezember 2017 in Hamilton).

 

Der sympathische Engadiner gibt auf sihf.ch ein Interview zum Stand der Vorbereitungen und zeigt sich kämpferisch:

 

„Es gibt 10 Teams und nur 8 schaffen ins Viertelfinale. Für die Schweiz ist es immer ein schwieriges Unterfangen, aber das ist schlussendlich die Challenge. So ist es halt. Ziel ist das Viertelfinale. Letztes Jahr haben wir knapp gegen den späteren Weltmeister USA verloren. Ein Sieg wäre eine Sensation gewesen. Aber irgendwann darf es einfach keine Sensation mehr sein. Darum sagen wir: Erstes Ziel ist das Erreichen des Viertelfinals, und dann wollen wir endlich mal den nächsten Schritt schaffen und ins Halbfinale vorstossen.“

 

Realistisch, aber ambitiös. Und das ist auch gut so. Die Schweizer Nati-Trainer werden oft kritisiert – sei es Patrik Fischer bei der Herren-Nationalmannschaft, oder Christian Wohlwend bei der U20. Fakt ist aber, dass beide Coaches sich nicht mit Mittelmass zufrieden geben und klar den Ton angeben: Wir müssen einen Schritt weiterkommen. Genug mit Mittelmass, fertig mit Genügsamkeit.

 

Das ist die richtige Einstellung, und es macht Freude, zu sehen, wie Wohlwend trotz einem auf Papier „schwachen“ Kader keineswegs von Liga-Erhalt oder dergleichen spricht. Denn das ist die Krux:

 

Der Jahrgang 1998 gilt seit längerem als eine kleine Baisse in der Juniorenentwicklung. Und der einzige Superstar, der die Schweiz in diesen Jahren hervorbrachte – Nico Hischier – spielt bereits in der NHL, hat da eingeschlagen, und wird von den New Jersey Devils für die Junioren-WM nicht freigegeben. So muss Christian Wohlwend mit einem Kader mit vielen No-Names anreisen: Die Schweiz ist eine der wenigen Nationen, die keinen einzigen Spieler im Team hat, der in die NHL gedraftet wurde. Zum Vergleich: Bei Kanada sind von 32 Spielern 30 bereits gedraftet worden, die anderen zwei waren bisher noch zu jung und werden höchstwahrscheinlich 2018 von einem NHL-Team gezogen werden. Von den 32 Spielern sind 11 Spieler First-Round-Draft-Picks.

 

Zwischen dem Kader der Schweiz und den anderen Topnationen liegen Welten dazwischen. Nichts desto trotz darf man zuversichtlich sein, dass Wohlwend das Maximum aus seinem Team rausholt und sich nicht scheut, auch jüngere U18-Spieler aufzubieten, um mit den Topnationen wie Schweden, Kanada und USA mituzhalten: Sieben Schweizer Spieler kommen von der kanadischen Juniorenliga, einer spielt in Schweden, und mit Nando Eggenberger und Davyd Barandun sind auch zwei Bündner im Kader der Schweizer U20-Nati vertreten.

 

Eine detaillierte Vorschau folgt noch. Bis dahin gilt folgender vorsichtiger Tipp: Die erste Partie der Gruppenphase ist gleich ein Schlüsselspiel – gegen Weissrussland muss die Schweiz gewinnen, und wird dies auch tun. Die weiteren Vorrundenspiele gegen Russland und Schweden gehen relativ klar verloren, und das letzte Gruppenspiel gegen Tschechien bringt nochmals einen (überraschenden) Sieg. Die Schweiz beendet die Vorrunde auf dem respektablen dritten Gruppenrang, trifft im Viertelfinale aber leider auf die USA oder Kanada. Und da ist dann auch wieder Endstation – die nordamerikanischen Teams sind schlichtweg eine Nummer zu gross für das junge Schweizer Team.

 

Am 26. Dezember geht es mit der U20-Junioren WM los, Daumendrücken ist angesagt.

 

 

 

(Bild: GRHeute)