Die Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB AG) hat am Samstag an der Generalversammlung neben dem Geschäftsergebnis auch aktuelle Projekte und Hintergründe präsentiert. Gegen den im vergangenen Geschäftsjahr erzielten Verlust von einer halben Million Franken bewerten die Verantwortlichen als «Chance, um neue Geschäftsfelder zu prüfen, Synergiepotenziale besser zu nutzen und die Zusammenarbeit innerhalb der Branche zu verstärken.»

Das Geschäftsjahr 2015/16 begann mit einem regelrechten Rekord-Sommer. Der Verkehrsertrag konnte gegenüber dem Vorjahr um 5.1% gesteigert werden. Der Mangel an Naturschnee bis Mitte Januar sowie die ungünstigen Witterungsverhältnisse an den Wochenenden waren jedoch ausschlaggebend für das Jahresergebnis 2015/16. Spitzentage fehlten komplett. Der Winter bescherte der LBB AG einen Rückgang des Verkehrsertrages (-8.8%) und der Ersteintritte (-3.3%). Die erhöhte Bautätigkeit im Sommer, sowie die intensiven Beschneiungsarbeiten im Winter führten zu einer Zunahme des Betriebsaufwandes um 2.1%. Das resultierende EBITDA liegt mit CHF 8.2 Mio. rund CHF 1.7 Mio. hinter dem Vorjahr. Unter dem Strich weist die LBB AG erstmals einen Verlust von gut CHF 0.5 Mio. aus.

Trotz des unerfreulichen Geschäftsergebnisses blicken die Verantwortlichen positiv in die Zukunft. Das Angebot sei gefragt und wenn das Wetter stimme, kämen auch die Gäste, heisst es in einer Medienmitteilung. Das bestätige der laufende Sommer, es könnten wiederum Rekordzahlen geschrieben werden. Ebenfalls Mut mache der Verkauf von Jahreskarten, der über dem Vorjahr liegt. «Unsere treuen Gäste haben im letzten Winter gespürt, dass wir alles in unserer Macht stehende für sie tun. Sie danken es uns mit dem Kauf der Jahreskarte. Das spornt uns zusätzlich an», so CEO Peter Engler.

Portal Churwalden und Ost-West Verbindung

Neben der Durchführung von mehreren Sportanlässen, darunter drei Weltcup-Veranstaltungen im Bike, Ski Cross und Ski Alpin, standen im Geschäftsjahr 2015/16 erneut drei grosse Bauprojekte im Vordergrund. Die Konzessionsverlängerung der Pendelbahn Rothorn, sowie der Neubau des Portals Churwalden mit der Panoramabahn Heidbüel und die neue Ost-West Verbindung konnten alle termingerecht abgeschlossen werden.

Die Frequenzen der Panoramabahn Heidbüel sind gemäss CEO Peter Engler vielversprechend: «Obwohl die Talpiste zum Portal aufgrund der Schneesituation nur wenige Wochen geöffnet war, konnten wir bereits gegen 100‘000 Gäste auf der Panoramabahn begrüssen». Dank dem Bau der technischen Beschneiung von Parpan nach Churwalden soll diese Zahl ab kommendem Winter weiter erhöht werden. Und auch die talübergreifende Verbindung mit der Sesselbahn Obertor habe sich im vergangenen schneearmen Winter bewährt. So sei es gelungen, den Gästen bereits ab 12. Dezember ein durchgängiges Schneesporterlebnis von Churwalden bis nach Arosa und zurück zu bieten.

Bewusster Umgang mit verfügbaren Mitteln

«Die LBB AG verfügt nach wie vor über eine ausreichende Liquidität, welche sie stark genug macht, schwierigen Wintern zu trotzen», beruhigt Verwaltungsratspräsident Christoph Suenderhauf. Dennoch, gute Geschäftsergebnisse sind für den nachhaltigen Erfolg der Unternehmung notwendig. Insbesondere nach den getätigten Investitionen von über CHF 100 Mio. in den vergangenen Jahren. Ein vorerst letzter grosser Meilenstein folgt im nächsten Sommer mit dem Neubau der Mottahütte. Die Eröffnung des neuen Bergrestaurants im Herzen des Schneesportgebietes Arosa Lenzerheide ist auf die Wintersaison 2017/18 geplant. Danach steht Konsolidieren, sprich Geld verdienen und sich finanziell für die Zukunft rüsten, im Vordergrund.

Eine Öffnung des Blickwinkels ist nötig

Damit dieses Ziel erreicht wird, gelte es, den Betrieb weiter zu optimieren, auf den bisherigen Stärken aufzubauen und sich bietende Synergien im Tal und über den Berg zu nutzen. Als Paradebeispiel hierfür gelte der konsequente Aufbau des Bikegeschäftes. Mit der fokussierten Ausrichtung auf den Bikesport habe die Ferienregion Lenzerheide Massstäbe für den gesamten Alpenraum gesetzt.

Der Verwaltungsratspräsident Christoph Suenderhauf will denn auch zukünftig nicht abwarten und Tee trinken, sondern Veränderungspotenziale nutzen: «Es gilt, die Kosten weiter zu senken und saisonale Schwankungen zu reduzieren. Ein Ausbau der Geschäftsfelder ist zu prüfen und die Zusammenarbeit insbesondere mit Arosa, aber auch innerhalb der gesamten Branche zu verstärken. Klar ist, der Gast steht dabei immer im Mittelpunkt.» Im Markenprozess Arosa Lenzerheide werde denn auch intensiv an Systemabstimmungen, Prozessharmonisierungen und der Schaffung von gemeinsamen Arbeitsstellen gearbeitet. Arosa Lenzerheide soll in den einzelnen Unternehmungen näher zusammen rücken, Kräfte bündeln und eine starke «Persönlichkeit» und sympathische Gastgeberin werden.

 

(Quelle/Bild: Bergbahnen Lenzerheide)

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