Die Bündner Regierung hat die Ausgleichszahlungen 2017 für die 112 Bündner Gemeinden festgelegt. 70 Gemeinden erhalten vom Kanton und von 42 finanzstarken Gemeinden 27,6 Millionen Franken aus dem Ressourcenausgleich. Dazu kommen 56 Gemeinden, die aus dem Gebirgs- und Schullastenausgleich 24 Millionen Franken vom Kanton erhalten.

Der Finanzausgleich für die Bündner Gemeinden hat zum Ziel, die finanzielle Eigenständigkeit der Gemeinden zu stärken, die finanziellen Unterschiede zwischen den Gemeinden zu verringern, die finanzielle Grundausstattung zu gewährleisten, übermässige finanzielle Lasten zu mildern und Härtefälle zu vermeiden. Die Unterschiede zwischen den Gemeinden sind auf der Einnahmenseite und der Lastenseite für die 112 Bündner Gemeinden enorm gross.

Finanzstarkes Oberengadin

42 Gemeinden sind finanzstark, d.h. sie verfügen über eine Ressourcenstärke von über 100 Prozent. Sie weisen pro Person überdurchschnittlich hohe Einnahmen aus. Von den Einnahmen, welche den Durchschnitt aller Gemeinden übertreffen, geben sie 16 Prozent (Vorjahr: 17,5 Prozent) ab. Die fünf grössten Zahlergemeinden pro Person sind Ferrera, St. Moritz, Celerina/Schlarigna, Rongellen und Sufers.

Ausgleichsbeiträge erhalten die 70 finanzschwachen Gemeinden, d.h. die Gemeinden mit einer Ressourcenstärke von unter 100 Prozent. Dank diesen Ausgleichsbeiträgen kommen sie auf eine Ressourcenstärke von mindestens 68 Prozent (Vorjahr: 70 Prozent) des Bündner Durchschnitts. Die fünf grössten Empfängergemeinden pro Person sind Furna, Flerden, Mathon, Nufenen und Lohn.

Die detaillierte Liste zum Finanzausgleich aller Bündner Gemeinden finden Sie hier.

Vom Gebirgs- und Schullastenausgleich (GLA) profitieren im Jahr 2017 insgesamt 56 Gemeinden. Der Kanton stellt dafür 24 Millionen Franken zur Verfügung. Für die Verteilung massgebend sind die Strassenlängen, die Fläche, die Siedlungsstruktur sowie der prozentuale Anteil Volksschüler an der gesamten Einwohnerzahl. Berücksichtigt wird dabei die Ressourcenkraft der Gemeinden. Knapp 5,1 Millionen Franken werden an Gemeinden mit besonders hohen Volksschullasten ausgerichtet. Die fünf grössten Empfängergemeinden pro Person sind Furna, Nufenen, Hinterrhein, Safiental und Mathon.

Mehr Steuereinnahmen

Das massgebende Ressourcenpotenzial für das Ausgleichsjahr 2017 ist über alle Gemeinden um 34,1 Millionen Franken auf neu 747,5 Millionen Franken gestiegen (+4,8 Prozent). Die Steuern der natürlichen Personen (Einkommens- und Vermögenssteuern sowie Quellensteuern) erhöhten sich um insgesamt 21 Millionen Franken, die Wasserzinsen um 4 Millionen Franken.

Der Durchschnitt der massgeblichen Einnahmen pro Person beträgt 3631 Franken und ist gegenüber dem Vorjahr um über 5 Prozent gestiegen (Vorjahr: 3451 Franken). Die Spanne reicht von der aktuell schwächsten Gemeinde Furna mit eigenen Einnahmen von 35 Prozent des Bündner Gemeindedurchschnitts bis Ferrera mit eigenen Einnahmen von über 600 Prozent.

(Quelle: Standeskanzlei Graubünden, Bild: Furna – Wikipedia/Adrian Michael)