Die Teams der National League A veröffentlichen seit ein paar Wochen die neuen Uniformen der kommenden Saison. Zeit, sich das mal etwas genauer anzuschauen.

Dass die Schweizer Uniformen (von Trikots bis Hosen) mit Werbung zugepflastert sind, soll heute mal ignoriert werden. Trotz der über 20 Werbeflächen, die eine durchschnittliche Uniform zupflastern und die Spieler wie Nascar-Fahrer aussehen lassen, kann ein Trikot dennoch gut gestaltet sein. Eigentlich kann sich jedes Team jemanden leisten, der etwas Ahnung von Ästhetik und Hockey-Uniformen hat. So sollten die Teams eigentlich fähig sein, auch mit den brutalen Anforderungen von Verbandslogos, Sponsoren und Produzenten ein Jersey auf den Markt zu bringen, das Fans kein Augenkrebs überträgt.

Trotzdem ist die Spanne von Uniformen, die den Brand perfekt verkörpern und die Sponsoren gut integrieren, bis hin zu hässlichen oder überladenen Uniformen im Litfasssäulen-Stil immer noch gross.

Zeit, die fünf besten und hässlichsten Trikots aller Zeiten zu küren (Als Regel gilt, dass ein Trikot über eine ganze Meisterschaft im Einsatz gewesen sein muss, d.h. keine Retro -Trikots, die nur zu Jubiläen getragen wurden):

Die Hässlichsten.

Honorable Mention: HCD 1992/93

Leider haben wir trotz intensiver Recherche kein Bild gefunden. Zur Beschreibung: Davos lief in dieser Saison mit neon-gelben Trikots auf. Die Nummern waren rot. Richtig. Neon-Gelb und Rot. (Hätten wir ein Bild, wäre das Jersey weit oben rangiert…)

5. HC Ambri-Piotta 2015/16

Aka der Hypnose-Trip. Wie kann man derart simple Farben derart verstörend einsetzen? Wahrscheinlich gab es noch viele schlechtere Trikots, aber der Fakt, dass man ein Ambri-Piotta-Trikot derart schlecht umsetzen kann, hat eine Nomination verdient.

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4. ZSC 1988/89

Geometrie trifft auf Grafik. Ein Kunsthaus? Dieses Trikot ist derart abstrus, dass man nicht sicher sein kann, dass es sich um die Vorderseite, geschweige denn um ein Eishockey-Trikot handelt. (Nein, Lehmann ist nicht der Spielername.)

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3. Zug 1995-97

Hey Macarena Konfetti! Hockey? Nah, Konfetti! Der EVZ hatte mit dem Redesign Mitte der 90er den Puls der Zeit getroffen. Vanilla Ice, Aerobic und EVZ, das war damals ein und dasselbe.

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2. Zug 1998/99

Im Jahr zuvor noch nicht genug Konfetti gehabt? Keine Angst, Zug konnte es auch masslos übertreiben. Eine Saison später setzten die Innerschweizer auf jeden Fall noch einen drauf. Autsch.

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1. SCB 1984-2015

Ganz im Ernst, liebe Berner. Da kriegt man Augenkrebs, ihr seid derart verflucht von Katastrophen-Designs. Jedes einzelne dieser Monster ist in einer Liga für sich und würde das Ranking gewinnen. Eines dieser Trikots wäre bereits eine Schande. Aber derart viele? Es kann fast nur Absicht sein, wenn ein Team Jahr für Jahr derart hässliche Uniformen rausbringt. Da wäre zum Beispiel der Knut. Oder der Bilderdruck der Flammen, die aussehen wie von einem drittklassigen Plausch-Hockey-Team. Oder die Hippie-Spirale. Meine Güte, die Berner Fans können einem leid tun.

 

 

Die Schönsten.

5. HC Genf-Servette 2014 (Spengler Cup)

Am Spengler Cup 2014 überraschte Genf die Fans mit einem sehr geilen Trikot. An ihrer zweiten Teilnahme am Traditionsturnier entschlossen sich die Genfer, den Cartoon-Adler in die Mitte des Logos zu setzen, und die Farben zu reduzieren. Auf das Alt-Weiss wurde komplett verzichtet, dafür kommt das normale Gelb subtil zum Einsatz. Schnick-Schnack, Streifen und Flächen wurden mehr oder weniger weg gelassen. Wir sagen: Top!

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4. ZSC Lions 1990/91

Das alte Ami-Style Logo – und die Erinnerung, wie Wladimir Krutov damals das Schweiz Eis unsicher machte – reicht, um diesem Trikot Platz 4 zu geben. Gratulation.

Und wer Argumente braucht: Das Logo ist gross und eingängig, das Trikot ist auf ein Minimum reduziert, die Streifen am Ärmel sind ein guter Kontrast und die Sponsorenfläche ist unauffällig integriert.

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3. HC Lausanne 2016/17

Zwei dünne weisse Linien an den Ärmel, that’s it. Alleine das ist schon mal sehr schön. Dass Lausanne dann noch diese subtilen kleinen Elemente einbaut (wie das Kantonswappen am Kragen), und das Ganze nicht mit einem billigen Druck, sondern gestickt präsentiert, macht es zum besten Trikot der Saison. Und wer dann noch die Sponsoren derart dezent integriert, muss einfach gelobt werden. (Hallo Burkhalter und GKB)…

Man kann nur hoffen, dass die anderen Teams daraus lernen, und ihren Sponsoren klar machen: Ein invertiertes Sponsorenlogo in den Teamfarben ist zwar unauffälliger als ein grosser weisser Logo-Blätz, der einem anschreit. Aber dafür wird der Brand des Clubs gestärkt. Der Club wirkt professioneller. Was wiederum den Brand des Sponsoren stärkt. Beide profitieren langfristig.

Eigentlich ist es doch so einfach: Je ‚cooler’ ein Hockey-Team, desto erfolgreicher die Marke. In der Schweiz haben das aber erst die Westschweizer Teams geschnallt und inszenieren ihren eigenen Brand, und nicht den der Sponsoren.

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Der HC Lausanne wäre die Nummer 1… wäre da nicht der Kultfaktor:

 

2. HCD 1984/85

Das Trikot ist eigentlich das Schönste aller Zeiten. Die klassischen blauen „Flügel“-Streifen sind ein Markenzeichen der alten HCD Trikots. Adidas nutzte dieses Element perfekt. Was dieses Trikot vor allem auszeichnete, war die richtige Farbwahl: Der HCD hatte damals eigenständige Farben. Ein sattes, neutrales Blau, gepaart mit einem kräftigen Dunkelgelb. Kein generisches Dunkelblau, und kein Zitronengelb (das war der EHC Arosa). HCD, bitte, bitte bringt wieder dieses Trikot zurück!

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1. HC Lugano 1988/89

Soll keiner sagen, dass da zu viel passiert. Wer Jörg Eberle auf dem Eis dominieren sah, weiss, dass diese Uniform das perfekte Spiegelbild seiner Power war. Lugano sah aus wie ein Schwarm wild gewordener Bienen, die Tessiner wirkten gefährlich und unberechenbar. Und mit dem Erfolg auf dem Eis und der Dynastie bildete sich ein visuelles Meisterwerk, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Balken und Linien waren einzigartig und waren (wie Juventus Turin) auch auf Schwarz-Weiss-Fotos in der Tageszeitung sofort erkennbar. Dazu noch das beste Lugano-Logo aller Zeiten, et voilà: Wir gratulieren zum HPR Uniformen Champion 2016.

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Das Hockey Pauer Ranking (HPR) ist eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den wichtigsten Meldungen, besten Spielern und lustigsten Aktionen der Woche. Ein Ranking, das man nicht zu ernst nehmen sollte.

 

(Bilder: ricardo.ch, JD Staiger/EQ Images)