Das St. Johannes-Stift in Zizers, das einst sogar eine österreichische Kaiserin beherbergte, geht mit dem Auszug des Altersheims in eine ungewisse Zukunft.

Wenn die Sonne scheint, glänzt die Kuppel des St.-Johannes-Stift in Zizers weit ins Rheintal hinein. Unter ihr befindet sich eine Kapelle, in der Andachten und auch Hochzeiten statt finden. In den Räumen, alt und nicht mehr auf der Höhe der Zeit, wohnen noch immer alte Menschen. Nicht mehr lange: «Der Stilllegungsprozess ist noch am Laufen», sagte Giuseppe Gracia, Sprecher des Bistums Chur.

Wahrscheinlich Ende August sind die letzten Bewohner ausgezogen. Die letzten von ihnen werden noch erleben, wie eine neue Kindergartenklasse in den linken Flügel einzieht. Es ist das zweite Jahr, in dem sich die Schule Zizers aus Platzmangel im Johannes-Stift einmietet. «Der Vertrag läuft für ein Jahr», sagt Rita Reinhardt, Schulleiterin in Zizers.

Was danach geschieht, ist noch in den Sternen. Die Schule Zizers sucht einen Standort für einen vierten Kindergarten, weil sich schon abzeichnet, dass drei Klassenzüge nicht genug sind. Kommt das Stift dafür in Frage? «Wir evaluieren derzeit die Standorte. Dieser Prozess dauert ein Jahr», sagte Rita Reinhardt.

Evaluation – das ist auch das Wort, das Giuseppe Gracia ebenfalls für die Zukunft des St.-Johannes-Stift verwendet. Solange keine Entscheidung gefällt ist, gibt es keine Auskunft darüber. Dafür gibt es für den Fall, dass man Angst vor dem Verfall des Gebäudes hat, Entwarnung: «Keine Gefahr.» Der Unterhalt der Liegenschaft sei gewährleistet.

 

(Bild: GRHeute)