Marco und Gian-Luzi sitzen bei Frieda am Stammtisch und hören zu, wie Wildmannli nichts sagt. Irgendwie so.

 

Gian-Luzi: Noch einen Monat, dann häng ich mich für immer in die Hängematte. Vielleicht steh ich dazwischen mal auf, um eine frische Orange zu pflücken, ein Schluck sauberes Quellwasser zu trinken, der Natur zu lauschen…

Marco: Spinnst du?

Gian-Luzi: Bedingungsloses Nichtstun. Bedingungslose Freiheit. Das ist Leben!

Marco: Das ist blödsinnige Utopie.

Gian-Luzi: Wieso Utopie? Ist das etwa Freiheit, was wir jetzt haben? Jeden Tag malochen und abends den Stars im TV zuschauen, wie sie Millionen verdienen. Ich W-I-L-L J-E-T-Z-T B-E-D-I-N-G-U-N-G-S-L-O-S G-E-L-D.

Marco: Ok, du hast mich überredet. Ich will das auch. Die Scheiss-Milliardäre sollen endlich für uns zahlen.

Gian-Luzi: Das müssen sie ja gar nicht! Das finanziert sich auf wundersame Art alles von selbst. Zum Beispiel muss der Staat dann ja keine Sozial- und Nothilfe mehr zahlen. Ist doch genial, oder?

Marco: Warum ist da nicht schon früher einer drauf gekommen?

Gian-Luzi: Das Kapital hat das verhindert. Aber jetzt wird zurückgeschossen.

Marco: Wenn wir grad dabei sind. Ich finde eigentlich, dass jedem Bürger ein Swimming Pool zusteht.

..

Sollen wir eine Initiative machen? Da sagen doch sicher auch alle Ja.

Gian-Luzi: Nein, eben nicht. Nur die Hausbesitzer würden Ja sagen. Alle andern wären doch die Abgetrockneten. Darum ist die bedingungslose Geld-Initiative ja auch so unschlagbar: Fast alle profitieren davon, da kann’s ja nur ein Ja geben.

Marco: Vielleicht müsste man eine Initiative für ewiges Leben lancieren. Da käme doch auch eine Mehrheit zusammen.

Gian-Luzi: Dafür würde unser Bundesrat alt aussehen.

Marco: Tut er doch auch so.

Gian-Luzi: Ja, aber denken wir mal weiter: Durch das bedingungslose Grundeinkommen werden wir alle so relaxt sein, dass wir neue Potenziale unseres Hirns anzapfen können. Chillend eine chillige Lösung finden, daran glaub ich. Unsere Zukunft kann rosig, wir sind die, die den nächsten Schritt der Evolution machen können. Packen wir’s!

 

Wildmannli fragt sich, ob es dann überhaupt noch einen Bundesrat gibt. Vielleicht ist das Ganze ja doch keine so schlechte Idee.