Bevor die Badis nach und nach ihre Türen öffnen, müssen wir noch ein paar Fazite des Winters über uns ergehen lassen. Den Anfang macht das Schweizerische Lawinenvorschungsinstitut SLF in Davos.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, was jetzt kommt: Es hatte fast keinen Schnee, es war viel zu warm für die Jahreszeit und den Skigebieten geht es gar nicht gut. Dafür muss man kein Prophet sein – wir waren ja dabei. Einige von uns auf den Skipisten, die anderen auf dem Bike oder auf Spaziergängen.

Die abschliessende Beurteilung der Skigebiete – zuwenig Gäste, weil unter anderem Tagestouristen ausblieben, die wegen der grünen Wiesen im Unterland nicht auf die Idee kamen, dass es oberhalb von 1000 Metern tatsächlich Schnee hat – steht noch aus. Dafür hat das Lawinenforschungsinstitut eine erste Bilanz gezogen.

Kurz gefasst: Der Winter war warm und kurz. Auch in Berggebieten gab es teilweise erst nach Weihnachten Schnee. In Zahlen: Der Dezember war 4 bis 6 Grad über den Temperaturen, die Winter üblicherweise erlauben. Der erste richtige Schnee kam erst im Januar, und zwar nicht ins Bündnerland, sondern ins Welschland.

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Die gute Nachricht: Der schneearme Winter machte das Skifahren sicherer. «Die Gefahrenstufe 1 „gering“ wurde fast doppelt so häufig herausgegeben wie durchschnittlich in den letzten 10 Jahren», schreibt das SLF. Die Zeit mit verbreitet erhöhter Lawinengefahr habe sich auf die Periode von Januar bis Anfang März beschränkt. 18 Personen sind diesen Winter in Lawinen gestorben, 13 bei Touren und 5 Variantenfahrer. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Winter gibt es 23 Lawinenopfer.

Aber, auch wenn der Winter letzte Woche den Winzern und Bauern das Leben kurz schwer machte: Er scheint jetzt wirklich vorbei zu sein. Das Wetter an Auffahrt lässt Gutes hoffen – die Temperaturen steigen auf über 20 Grad. Gefühlt wird es so warm, dass wir uns am liebsten in die Badeklamotten schmeissen und in den Rhein hüpfen wollen. Der ist dann zwar noch kalt, aber wer Lust auf Sonnenbaden und einen Sprung ins Wasser hat, kann sich ab Auffahrt in der Badi Obere Au vergnügen. An Pfingsten folgt der Giessenpark in Bad Ragaz, eine Woche später die Badi Sand in Chur.

Geniesst Auffahrt! Geht ins Bad, macht ein Feuer am Rhein und hört den Kindern beim Trampolin-Springen zu. Brätelt Würste, spielt Federball und lässt die Kinder abends länger auf. Saugt jeden Sonnenstrahl auf! Wir wissen nicht, wieviel Regen der Sommer bringen wird.

 

(Bild: GRHeute, SLF/P. Aigroz)