Marco und Gian-Luzi sind wieder mal bei Frieda am Stammtisch. Auch Wildmannli ist da. So irgendwie.

 

Gian-Luzi: Ist ja schon verrückt. Da schreibt einer im Tages-Anzeiger einen Artikel über uns arme Bündner, und schon zappeln alle auf ihren Stühlen herum.

Marco: Als ob die Züzis wüssten, was wir brauchen.

Gian-Luzi: Geschrieben hat das aber kein Zürcher, sondern einer, der von der «Südostschweiz» ausgebildet wurde. Das haben sie selbst gesagt.

Marco: Wundert mich nicht.

Gian-Luzi: Was? Dass dieser negative Schmarrn aus der Feder eines Ex-SOlers kam oder dass sie sich mit der Resonanz eines Artikels eines ehemaligen Mitarbeiters brüstet? Wie auch immer, recht hat er ja schon irgendwie.

Marco: Das sag ich ja schon lange. Wir sind am Arsch. Alles, was bisher funktionierte, der Tourismus, die Wasserkraft, das Klima, alles ist aus den Fugen geraten. Noch sitzen wir auf einem Sack Geld, aber wenn unsere Regierung noch mehr Monopoly spielt und so grandiose Deals wie bei Repower einfädelt, dann heissts für uns schon bald wieder «Heuballen buckeln».

Gian-Luzi: Ach, darüber haben wir doch schon letztes Mal geplaudert. Das siehst du zu negativ. Unsere Regierung schaukelt das schon.

Marco: Bist du sicher? Mal schauen, ob sie nicht auch noch das Bistum nach Zürich verlieren. Damit hätte unsere Regierung dann etwas geschafft, was Jahrhunderte niemandem gelungen ist. So, wie ihnen der Grosse Rat zurzeit auf die Finger klopft, sind die meisten unserer Regierungsräte jedenfalls voll damit beschäftigt, sich durchzuwinden und ihre Amtszeit rumzubringen. Ist eine Durchhalteübung. Und am Ende wartet dann ein fetter Renten-Scheck.

Gian-Luzi: Das ist wie bei Scratch in Ice Age: Irgendwann wird er die verdammte goldene Nuss endlich haben. Auf dem Weg dahin hat er so ziemlich alles in Schutt und Asche gelegt, aber egal. Mühe gibt er sich ja. Und kritisiert wird eh nur hintenrum.

Marco: Wenn wenigstens die Zeitungen die Eier hätten, die Dinge beim Namen zu nennen. Aber wer sägt denn schon am Ast, auf dem er sitzt? Das nennt man dann wohl Imageproblem!

Gian-Luzi: Irgendwo hab ich gelesen, dass der Bund letztes Jahr über 80 Millionen Franken für PR-Beratungen ausgegeben hat. Vielleicht wär das auch was für Graubünden, solange wir noch Geld haben. Wart, ich hab’s auf dem Handy.

Marco: Was hast du auf dem Handy? Warum hast du das auf dem Handy?

Gian-Luzi: So mach ich’s immer. Beim Zmittag in der Beiz blättere ich kurz durch die Zeitungen und fotografiere die Artikel, die mich interessieren. Und lesen tu ich sie dann später, oder auch nicht. Hier, da ist er. Lies mal.

Marco: Vielleicht müsste Graubünden solche PR-Profis einstellen.

Gian-Luzi: Gibt’s denn die bei uns?

Marco: Wahrscheinlich gleich viele wie Agenturen, die eine Webseite oder eine Google Adwords-Kampagne basteln können. Die gibt’s doch wie Sand am Meer. Übrigens: Meinst du, die Österreicher PR-Menschen sagen Graubünden Ferien, sie sollten aus Imagegründen eigentlich in ihrem Heimmarkt lokale Firmen berücksichtigen?

Gian-Luzi: Keine Ahnung.

Marco: Und sonst gibts ja auch noch den Jon Pult, der arbeitet jetzt doch bald für eine PR-Firma in Zürich, oder?

Gian-Luzi: Das ist glaubs eine Unternehmensberatung.

Marco: PR, Beratung, Papperlapapp.

Gian-Luzi: Es gibt einen Unterschied zwischen seriöser und unseriöser Manipulation.

Marco: Ach ja? Und wie seriös wäre es, wenn die Bündner Olympiamacher Pults Agentur engagieren würden? Das würd ich ja gern sehen.

Gian-Luzi: Wer weiss? Money talks.

 

Wildmannli versteht nicht. Manny aus Ice Age? Sprechen die etwa vom neuen Film? Ist der schon draussen? Aber irgendwie interessiert ihn das gar nicht gross.

 

 

(Symbolbild: Pixabay)