Feierabend! Marco und Gian-Luzi am Stammtisch. Auch Wildmannli ist da. Irgendwie so.

 

Marco: Mann-o-Mann, Graubünden geht vor die Hunde.

Gian-Luzi: Wie meinst du das?

Marco: Bist du blind? Alles geht den Bach durab. Die Repower versinkt in Strom und Schulden, der Tourismus hat Super-Angebote und keine Gäste und jetzt kommt dann schon bald wieder ein Schwall Flüchtlinge. Wie soll das alles bloss gut gehen?

Gian-Luzi: Jetzt übertreibst du aber. Wir sitzen immer noch hier und trinken unsere Flasche.

Marco: Und jetzt macht dann auch noch die Druckerei der Südostschweiz dicht.

Gian-Luzi: Nimm’s nicht so schwer. Das erhöht wenigstens den Schweizer Anteil bei der Arbeitslosenquote.

Marco: Und der Kanton Graubünden steuert auch frontal auf rote Zahlen zu.

Gian-Luzi: Aber erst in zwei Jahren.

Marco: Ja, ja, ich weiss. Das hast du ja schon letzte Woche gesagt: «Sparen können wir auch später noch».

Gian-Luzi: Genau, das hat doch jemand in der Zeitung geschrieben. Und es muss doch stimmen, was da schwarz auf weiss steht.

Marco: Ja, genau. Zahlen halt unsere Kids dafür. Ich habe ja keine. Darum: Okay.

Gian-Luzi: Ich auch nicht. Chr-chr.

Marco: Bin ja mal gespannt, wie unsere Politiker das alles meistern wollen.

Gian-Luzi: Die werden genau das machen, was sie in solchen Situationen immer macht. Sie bringen ihre Schäfchen ins Trockene. Vielleicht nicht grad in Panama, aber dass wir wegbrechende Mittelständler etwas vom grossen Kuchen haben sollen? Vergiss das!

Marco: Jetzt kommt der Stalin wieder in dir hervor, Luzi.

Gian-Luzi: Marx, Marco, Marx. Das ist mein Mann.

Marco: Wie auch immer. Russe bleibt Russe. Sieh dir mal den Putin an. Die Russen kommen ja auch nicht mehr zu uns, seit sie Sotschi haben. Die haben wenigstens Geld hier gelassen.

Gian-Luzi: Vielleicht hilft ja das alte Sägewerk-Gelände in Ems.

Marco: Genau, Gian-Luzi. Hab gehört, dass es schon eine Warteliste für die freien Flächen gibt.

Gian-Luzi: Bist du heute aber negativ drauf, Marco. Ich beweis es dir: Frieda, noch eine Flasche!…Siehst du, alles wie immer.

Marco: Eigentlich hast du recht. Ist ja eigentlich Wurst, was bei uns läuft, solange es in Zürich brummt. Finanzausgleich sei Dank!

Gian-Luzi: Siehst du, Marco: Marx ist gar nicht mal so schlecht.

 

Wildmannli weiss nicht, ob er nicken soll. Bestellt noch eins und atmet tief durch.

 

(Bild: Pixabay)