Wie Zizers zu einem Pumptrack kommt

In Zizers wird gebaut. In einer zweiteiligen Serie berichtet GRHeute über den neuen Pumptrack, den die Gemeindeversammlung im Sommer beschlossen hatte. Der zweite Teil der Serie über Zizers‘ «neue Attraktionen» morgen auf GRHeute.

Spätestens nächsten Frühling wird Zizers um eine Attraktion reicher: Zwischen Tennisplatz und dem Spielplatz Föhrenwäldli wird ein Pumptrack gebaut. Die Idee dazu hatten vier Zizerser Väter.

Hanspeter Brigger, Vater von zwei Söhnen, ist ein Frischluft- und Sportfan. Zusammen mit drei Freunden machte er im Herbst 2014 ein Väter-Weekend in Fiss/Serfaus. Unterhalb des Dorfes gab es einen Pumptrack, auf dem die Kinder mit den Velos fuhren, als ob sie noch nie etwas anderes getan hätten. So besuchten sie mit den Kindern auch die bereits bestehenden Pumptracks in Jenaz und Chur.

«Von da an ging alles schnell», sagt der 46-jährige Sportlehrer. Die vier Väter – neben Brigger noch Andreas Giossi, Hansjürg Marx und Renato Hartmann – hatten die Idee, auch in Zizers einen Pumptrack zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt hatten Giossi und Marx schön seit längerer Zeit diskutiert, dass ein Pumptrack eine Alternative zu der Skaterrampe beim Schulhaus Feld sein könnte, die wegen Lärmbelästigungen abmontiert werden musste.

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Die ideale Lösung für Zizers, so überlegten die vier Väter, wäre ein Pumptrack aus Asphalt. Dieser verursacht keinen Lärm und ist für alle möglichen Geräte wie Laufvelo, Kickboard, Bike, Rollbrett und Inlinsekates geeignet. Er kann schon von zweijährigen Kindern befahren werden. So wie der im Segnes-Quartier in Chur. Im Kanton Graubünden gibt es derzeit sieben Pumptracks – seit GraubündenSPORT beschloss, Gemeinden mit Beratung und finanziellen Beiträgen zu unterstützen.

Gespräche mit der Gemeinde ergaben: Die Hürden sind klein. Auch der Standort war schnell klar: Eine Wiese zwischen Tennisplatz und dem Spielplatz Föhrenwäldli. «So entsteht eine Begegnungszone für alle Generationen», sagt Brigger. Die Begehung war schnell gemacht.

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Die vier Väter arbeiteteten ein Projekt über 170 000 Franken aus. Sie suchten Sponsoren und fanden sie: 73 500 Franken Cash-Sponsoren und 20 000 Franken aus dem Sportfonds von GraubündenSPORT kamen dabei zusammen. Zum Glück fehlte nur noch das OK der Gemeindeversammlung – die Ende Juni auch kam: Mit einer Mehrheit von 123 zu 10 Stimmen stimmten die Zizerserinnen und Zizerser dem Projekt zu. Es war auch der Lobby-Arbeit von Brigger, Giossi, Marx und Hartmann zu verdanken: Sie hatten jede Gelegenheit genutzt, das Projekt zu promoten.

Das Projekt steht derzeit in der Bewilligungsphase. Das Gelände ist ausgesteckt. Wenn alles klappt, soll der Pumptrack im Frühjahr 2016 stehen. Er wird von der Bündner Firma Velosolution gebaut, weltweiter Spezialist für Pumptracks jeder Art. Für die vier Väter der Beweis, dass aus einer Idee Wirklichkeit werden kann – wenn man nur beharrlich genug bleibt.

 (Bilder: Velosolutions)